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Das Dach ist wieder dicht

Dienstag, 17. November 2020, Taunus Zeitung

TuS kann Hallen-Sanierung bald abschließen – Sportbetrieb ruht wegen Corona-Auflagen.
Es gab Zeiten, als die Mitglieder der Turn- und Spielvereinigung (TuS) Steinbach bei Regen Eimer in ihrer Vereinshalle aufstellen und anschließend den Boden putzen mussten. Die Abdichtungen der sich überlappenden Eternitplatten des Daches waren porös geworden und ließen Wasser hindurch, das durch die Hallendecke auf den Boden tropfte. Das wiederum drohte den Hallenboden aufzuweichen.
Diese Gefahr ist inzwischen gebannt. Die Sanierung des Dachs sei abgeschlossen und “einwandfrei” verlaufen, freut sich die TuS-Vorsitzende Heike Schwab. Im April war es damit losgegangen. Demnächst werde man auch die letzten Arbeiten beenden können, so Schwab.
Derzeit sind noch die Elektriker in der Halle an der Obergasse zugange. Während der Innenarbeiten habe man festgestellt, dass die Kabel und Sicherungen in schlechterem Zustand waren als gedacht. Deshalb hatten die Vereinsverantwortlichen entschieden, neben der Beleuchtungsanlage auch alle Stromleitungen erneuern und den Sicherungskasten verlegen zu lassen. “Das war so nicht geplant”, schildert Schwab.
Man habe aber viel Glück mit dem Architekten und den beauftragten Handwerkern gehabt, lobt die TuS-Vorsitzende. Deshalb bewege man sich derzeit bei den Kosten “noch im Rahmen”. Mit 330 000 Euro wird die Sanierung der vereinseigenen Friedrich-Hill-Halle an der Obergasse voraussichtlich zu Buche schlagen. 70 000 Euro steuert das Land bei, den Großteil muss die TuS Steinbach aber aus eigenen Mitteln oder über Spenden finanzieren. “Da haben wir eine ganz große Solidarität erlebt”, freut sich Heike Schwab.
Um so ärgerlicher ist es, dass der Verein ausgerechnet jetzt wieder den Sportbetrieb einstellen musste – wegen des erneuten Lockdowns im Zuge der Corona-Pandemie. “Das ist ein harter Schlag für uns”, sagt die Vereinsvorsitzende.
Schon während der ersten Phase im Frühjahr sei die Zahl der Mitglieder um etwa 100 auf 750 gesunken. Das habe man zwischenzeitlich zwar wieder weitgehend kompensieren können, sagt Heike Schwab. Doch nun befürchtet sie einen erneuten Mitgliederschwund.
Kinderturnen geht nicht online
Dabei habe man getan, was möglich war, versichert die TuS-Chefin. “Wir haben alle Vorschriften eingehalten.” Die Gruppen seien verkleinert, die Umkleidekabinen geschlossen worden – “und wir haben viel Geld für Desinfektionsmittel ausgegeben.” Während der Sommermonate habe vieles im Freien stattgefunden. Das habe dem Sportbetrieb sogar “einen neuen Schub gegeben”, schildert Heike Schwab. Sportler und Trainer hätten gemerkt, was alles außerhalb der Hallen möglich gewesen sei – und dies auch ausgiebig genutzt.
Neben der Friedrich-Hill-Halle, in der in normalen Zeiten Turner, Tischtennisspieler und Kampfsportler zugange sind, belegt die TuS auch die städtische Altkönighalle für die Handball- und Badmintonabteilung.
Doch auch dort ruht der Sportbetrieb zurzeit komplett. Jedenfalls fast. Für Aikido habe man ein Online-Angebot einrichten können. Bei den anderen Sportarten, die bei der TuS betrieben werden, sei das aber schwierig. “Wie wollen Sie Kinderturnen online machen?”, fragt Heike Schwab.
Auch die Änderungen der Corona-Verordnung durch die Landesregierung in der vergangenen Woche ändern daran nichts. “Wir lassen die Hallen zu”, sagt Heike Schwab. Dass Amateur- und Freizeitsportler wieder alleine, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands Sport treiben dürfen, helfe Vereinen wie der TuS Steinbach nichts. Schließlich könne man nicht für zwei Leute die Halle aufschließen und womöglich einen Trainer bereitstellen. “Das ist Quatsch.” Und der Verein könne auch nicht jedem, der auf eigene Faust Sport treiben wolle, einen Schlüssel in die Hand drücken.
In einem Schreiben an die Mitglieder appelliert die Vorsitzende: “Bitte haltet uns alle die Treue. Auch diese vier Wochen wird unsere große TuS-Sportgemeinschaft überstehen.” Schließlich sei es nur so möglich, in den nächsten Jahren das Darlehen zu tilgen, das man für die Sanierung der Vereinshalle aufnehmen musste. Torsten Weigelt, Taunus Zeitung